Ernährung

Ja, ich liebe Fleisch – Brokkoli ist aber auch in Ordnung. (2/3)

Ist Fleisch wirklich mein Gemüse?

Die Beantwortung dieser Frage fällt mir nicht so leicht, wie man nach dem Lesen des ersten und durchaus selbstkritischen Teil (1/3) meiner Serie vermuten mag.

Ja, ich möchte etwas an meiner Ernährungsweise verändern. Ich möchte gesund, natürlich, bewusst und ökologisch nachhaltig leben, aber ist das in unserer modernen industriellen Gesellschaft überhaupt noch möglich? Und woraus besteht eine gesunde Ernährung denn nun überhaupt?

Auf der Suche nach gesunden Antworten

Die gesunde Ernährung ist für sich genommen schon ein unglaublich vielschichtiges und komplexes Thema und noch komplexer wird es, wenn man die eigene Ernährungsweise mit der Natürlichkeit und der ökologischen Nachhaltigkeit in Einklang bringen möchte.

Auf der Suche nach geeigneten Nahrungsmitteln bin ich – zumindest im Rahmen vieler Artikel und Dokumentationen – mehrfach um die Welt gereist. Ich habe mir die Ernährungsweisen unserer Vorfahren und die der noch heute lebenden indigenen Völkergruppen angesehen und ich habe mich mit Veganern und Vegetariern unterhalten, aber auch mit Befürwortern der sogenannten Steinzeiternährung, Flexitariern und Frutariern.

Während meiner gesamten Recherche fiel mir zunehmend auf, dass die Menschen, die ich sah und sprach, allesamt überdurchschnittlich gesund wirkten und das vollkommen unabhängig davon was sie aßen, sofern sie es frisch zubereiteten und bewusst verzehrten. Die einzige Gemeinsamkeit, die diese Menschen teilten, war, dass sie sich von industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln fernhielten und somit auf Fertiggerichte, raffinierten Zucker, Geräuchertes und Überwürztes gänzlich verzichtet haben.

Den lebenden Beweis scheinen dabei die Japaner zu verkörpern, die trotz ihrer fleisch- und vor allem fischreichen Ernährung weltweit die wenigsten nahrungsbedingten Gesundheitsprobleme zu beklagen haben – Einschließlich des Übergewichts.

Und an dieser Stelle kommen wir auch schon zu einer der wichtigsten Erkenntnisse meiner langen und ausführlichen Recherche:

Es scheint, als käme es bei einer gesunden Ernährungsweise gar nicht darauf an was ich esse, sofern es frisch zubereitet und weitgehend ausgewogen ist. Und mindestens ebenso wichtig scheint zu sein, dass ich das, was ich in Zukunft esse, bewusst esse und die Nahrungsaufnahme nicht nur als notwendiges Übel, sondern auch als wichtigen Bestandteil der mentalen Gesundheit betrachte.

Du bist, was du isst

Auch wenn mich diese Erkenntnis bei der Beantwortung meiner dringenden Fragen einen großen Schritt weitergebracht hat, so bleibt noch eine entscheidende Frage offen:

Wie lebe ich ökologisch nachhaltig? 

Das Grundproblem einer ausgewogenen, gesunden und frisch zubereiteten Ernährung besteht noch immer darin, dass der Kauf im Supermarkt alles andere als ökologisch nachhaltig ist. Allein die Fleischproduktion erzeugt jährlich mehr CO² als alle Flugzeuge, Kreuzfahrt- und Transportschiffe gemeinsam und sie hat einen immensen Trinkwasserbedarf.

Und auch das Gemüse, Obst und andere pflanzliche Erzeugnisse kommen nur teilweise gut davon. Zwar benötigen Brokkoli, Möhren und Salat weit weniger Trinkwasser für die reine Produktion und auch deren CO²-Verbrauch ist wesentlich geringer, aber ein allgemeingültiges Fazit ist das nicht, denn viele Obst- und Gemüsesorten werden aus fernen Ländern in den heimischen Supermarkt geflogen und verwehren so die Nachhaltigkeit, die ursprünglich in ihnen steckt.

Ein weiteres Problem in der pflanzlichen Ernährung sehe ich zudem darin, dass Getreide ein wichtiger Nährstoff zur Sättigung geworden ist. Soja, Weizen und auch Mais sind nicht weniger als notwendige Grundnahrungsmittel in der modernen Lebensmittelindustrie, aber sie haben den entscheidenden Nachteil, dass sie dank der Überzüchtung weder natürlich sind, noch sind sie in irgendeiner Form gesund und stehen im direkten Verdacht Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs, Rheuma, Multiple Sklerose, Parkinson, Morbus Crohn, Alzheimer, Demenz und viele weitere zu begünstigen oder sogar zu erzeugen.

Man sieht, dass die Nachhaltigkeit der Lebensmittel und ihre Gesundheit untrennbare, eng miteinander verflochtene Themen zu sein scheinen.

In einem Land vor unserer Zeit

Wenn man sich also nicht nur gesund, sondern auch nachhaltig ernähren möchte, dann muss man in eine Zeit der Menschheitsgeschichte schauen, in der die Menschen so gelebt haben.

Die Wissenschaften sind sich meist uneins, doch hinsichtlich der modernen Lebensweise scheinen sich die Denker unserer Zeit mehr und mehr zusammenzufinden. Die meisten Probleme, die wir heutzutage als Gesellschaft erfahren, sind Resultate der menschlichen Entwicklung zu Zeiten des Neolithikum, der landwirtschaftlichen Revolution, in der Ackerbau und Viehzucht über den gesamten Globus nach und nach Einzug gehalten haben und als der Mensch begann komplexere Zivilisationen zu errichten. Das betrifft nicht nur die eigene Gesundheit durch die Ernährung, sondern auch die problematischen klimatischen Zustände insgesamt.

So paradox es auch zu sein scheint, so logisch ist es gleichermaßen nur, dass erst die ausreichende Nahrungsmittelproduktion zu Mangelerscheinungen geführt hat und bis heute führt. Und auch die Erkenntnisse der modernen Paläopathologie zeigen ganz deutlich, dass eine Zunahme von Infektionskrankheiten und eine (mittlerweile wieder) sinkende Lebenserwartung sowie Knochen- und Zahnschäden damals wie heute der landwirtschaftlichen Produktion von Lebensmitteln geschuldet sind.

Wenn es also eine Möglichkeit gibt sich gesund und nachhaltig zu ernähren, dann brauche ich einen gelungenen Rückschritt (3/3).

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